MOMO ist sechs Jahre alt

8. März 2019

Oder eine Geschichte über Kaffee aus der Thermoskanne und ein Büro, das einem Bienenstock gleicht

Begonnen hat alles im Jahr 2013. Caritas, Caritas Socialis und MOKI Wien erkannten den Bedarf an mobiler Hospiz- und Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen im Großraum Wien und gründeten gemeinsam mit Kinderärztin Kronberger-Vollnhofer Wiens mobiles Kinderhospiz und Kinderpalliativteam MOMO.

So trafen sich Martina Kronberger-Vollnhofer und ihre Assistentin Patricia Grötzl am 11. März vor genau sechs Jahren um 8.00 Uhr Früh in der Wiener Alser Straße, um ihr Büro zu beziehen. „Den Kaffee hatten wir in der Thermoskanne dabei, denn das Büro war natürlich nicht entsprechend ausgestattet“, erinnert sich Kronberger-Vollnhofer. Die beiden MOMO-Pionierinnen hatten außer ihrem Block und einem Kugelschreiber nichts – nämlich rein gar nichts. „Am zweiten Tag habe ich mich gleich daran gemacht und Büroutensilien und einen Mistkübel gekauft“, erzählt Patricia Grötzl lächelnd.

Beim Start von Wiens mobilem Kinderhospiz und Kinderpalliativteam MOMO waren es drei Familien, die von Martina Kronberger-Vollnhofer betreut wurden. „Da wir aufgrund fehlender öffentlicher Förderungen vom ersten Tag an private Spenden benötigten, war die nächste Mitarbeiterin im Team eine Fundraiserin. Im medizinischen Bereich war ich fast ein Jahr hindurch allein“, erzählt die Kinderärztin über das erste Jahr von Wiens mobilem Kinderhospiz und Kinderpalliativteam MOMO.

Seit Ende 2013 bereichert die Allgemein- und Palliativmedizinerin Annette Henry das Team. „Sie kam zu MOMO, um ein Praktikum zu absolvieren und blieb uns zu unserem Glück bis zum heutigen Tag erhalten“, berichtet Martina Kronberger-Vollnhofer. „Da wir laufend weitere Anfragen von betroffenen Familien bekommen haben, wurde das Betreuungsteam sukzessive aufgestockt.“ So kam im Juni 2014 Elisabeth Steiner als Ehrenamtskoordinatorin zum MOMO-Team. Im Jahr 2015 wurde das Team um die Bereiche Sozialarbeit und Psychologie erweitert.

„Mittlerweile sind wir bei MOMO 14 hauptberufliche und 45 ehrenamtliche MitarbeiterInnen. Wir betreuen und begleiten derzeit 70 Familien“, erzählt die MOMO-Leiterin über ihr historisch gewachsenes Team an multiprofessionellen MitarbeiterInnen. Auch durfte sich Wiens mobiles Kinderhospiz und Kinderpalliativteam MOMO jedes Jahr wieder über wichtige Preise wie den „Bank Austria Sozialpreis 2013“, den „Der gute Preis 2017“ und den „KIWANIS-Preis 2018“ für soziales Engagement und besondere Leistungen zum Wohle von Kindern freuen.

Im Jahr 2019 gleicht das MOMO-Büro nun meist einem Bienenstock. Es herrscht reges Kommen und Gehen. Das Betreuungsteam stimmt sich zwischen Tür und Angel ab, um gleich wieder zur nächsten Familie aufzubrechen, die Hilfe benötigt. Das psychosoziale Team darf immer wieder Familienangehörige zu Gesprächen in seinem Büro begrüßen. Darüber hinaus wird das MOMO-Team wiederkehrend von UnterstützerInnen besucht, die mit viel Kreativität und Engagement Spendenaktionen für Wiens mobiles Kinderhospiz und Kinderpalliativteam MOMO ins Leben rufen.

„Dank unserer großzügigen SpenderInnen konnten wir bislang jede hilfesuchende Familie unterstützen – ganz egal, wie oft und wie intensiv wir gebraucht werden“, berichtet MOMO-Leiterin Kronberger-Vollnhofer „Da es bis heute leider keine öffentliche Finanzierung gibt, sind wir weiterhin auf diese treuen UnterstützerInnen angewiesen, um betroffenen Familien Hilfe leisten zu können. Sei es bei der Pflege, aber auch bei medizinischen Entscheidungen, in Krisensituationen und, nicht zuletzt, im Alltag.“.

 

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