Sozialarbeiterische Begleitung

Wenn ein Kind schwerstkrank ist, müssen betroffene Familien ihren Familienalltag neu strukturieren und eine völlig neue Lebenssituation bewältigen. Die Sozialarbeiterin nimmt sich Zeit für Gespräche über notwendige Hilfsangebote und unterstützt die Familien bei der Umsetzung ihrer Anliegen. Gemeinsam mit den Eltern werden notwendige Unterstützungsmöglichkeiten in finanzieller (Pflegegeld, erhöhte Familienbeihilfe u.a.), arbeitsrechtlicher (Pflege/Hospizkarenz u.a.) aber auch in organisatorischer Hinsicht (Familienhilfe, Kinderbetreuung u.a.) erarbeitet. Teil der Sozialarbeit ist die ganzheitliche Betrachtung der Situation, die eine lebensbedrohende oder lebensverkürzende Erkrankung eines Kindes mit sich bringt. Ein besonderer Fokus liegt darin, eine Schnittstelle zu sein zwischen Betreuten und HelferInnen, VertreterInnen unterschiedlicher Fachdisziplinen und Institutionen (Krankenhaus, Sozialministerium,  Pensionsversicherungsanstalt, GKK u.a.) und besonders auf eine funktionierende Kommunikation aller Beteiligten zu achten.


Ressourcen aufzeigen

Unsere Sozialarbeiterin Irmgard Hajszan-Libiseller, DSA im Interview.

Welche Fragen und Probleme beschäftigen Familien, in denen ein schwerstkrankes Kind lebt?

Betroffene Familien stehen vor zahlreichen Herausforderungen und Problemstellungen. Sie wissen oft nicht, welche Unterstützungsmöglichkeiten es in der sozialen Landschaft für sie gibt. Aufgabe der Sozialarbeit ist es dann, die Eltern dahingehend zu beraten und zu begleiten.

Dabei geht es beispielsweise um arbeitsrechtliche Beratungen hinsichtlich der Organisation der Betreuung und Begleitung des schwerstkranken Kindes, Pflegekarenz, Familienhospizkarenz, Elternkarenz oder Elternteilzeit. Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten wie Pflegegeld, erhöhte Familienbeihilfe, Bewilligungen und Organisation von Heilbehelfen, Rezeptgebührenbefreiung und die Finanzierung von Krankenhausaufenthalten sind auch oft Thema. Weitere Beratungsschwerpunkte sind familienunterstützende und therapeutische Maßnahmen wie Familienhilfe, Erholungsaufenthalte, Therapieaufenthalte, Frühförderung und Therapien. Sind die Kinder im Kindergarten oder Schulalter geht es um Fragen rund um Integrationskindergarten und Schulplätze. Wenn ein Kind stirbt, können die Eltern bei der Organisation und der Finanzierung des Begräbnisses unterstützt werden.

Was ist das Besondere daran, als Sozialarbeiterin für MOMO im Einsatz zu sein?

Als Sozialarbeiterin in einem Kinderhospiz bin ich eine Ressource, die der Familie in ihren schwierigen Zeiten zur Verfügung steht. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf der Unterstützung und Entlastung der Familien. Da die Zusammenarbeit von den Eltern frei gewählt ist, ist die Beziehung zu den Familien positiv geprägt.

Was waren besondere Momente in der Begleitung dieser Familien im letzten Jahr?

All die Momente, in denen ich Entlastung der Familien wahrnehme, sind besonders.

Über welches Ereignis habe ich mich im letzten Jahr sehr gefreut?

Über das Vertrauen eines 15-jährigen Bruders eines schwerstkranken Kindes, der mich gebeten hat in die Sprechstunde seiner Englischlehrerin zu gehen. MOMO begleitet schwerstkranke Kinder ab der Diagnose, auch über einen langen Zeitraum – über Jahre.

Wie kann man sich diese Lebensbegleitung in der Kinderhospizarbeit vorstellen?

In den längerfristigen Begleitungen ist es möglich die Familie und ihre Bedürfnisse gut kennenzulernen. Es gibt Zeiten, in denen ich oft kontaktiert werde und Zeiten, in denen nur ein loser Kontakt besteht. Ziel ist es, den Familien Ressourcen aufzuzeigen und bei Bedarf zu unterstützen. In Krisensituationen gilt es, den betroffenen Familien rasch und unkompliziert zur Seite zu stehen. Immer gibt es auch Zeit für entlastende Gespräche mit den Eltern und Geschwistern.

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