Psychologische und psychotherapeutische Begleitung

Die Diagnose einer lebensverkürzenden Erkrankung eines Kindes ist ein traumatisierendes Ereignis, das sich auf das gesamte familiäre System auswirkt. Die Welt steht plötzlich still. MOMO bietet betroffenen Familien psychologische und psychotherapeutische Unterstützung. Wir betreuen in erster Linie erkrankte Kinder, ihre gesunden Geschwister und Eltern. Darüber hinaus stehen wir bei Bedarf auch Großeltern und anderen wichtigen Bezugspersonen zur Verfügung. Es sind Gespräche, aufmerksames Zuhören und vertrauensvolle Begegnungen, die betroffene Familien in dieser schweren Zeit entlasten.


Raum für offene und klare Worte, Sorgen, Gedanken und Gefühle

Unsere Klinische und Gesundheitspsychologinnen Céline Aldegué und Antonia Mittelbach (derzeit in Karenz) sowie unsere Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision, Anna Kröger, im Gespräch über ihren Arbeitsalltag bei MOMO.

Welche Fragen und Probleme beschäftigen Familien, in denen ein schwerstkrankes Kind lebt?

Anna Kröger: Die Familien, die wir begleiten, leisten in ihrem Alltag Unglaubliches –und das rund um die Uhr. Neben Fragen und Sorgen, die in Zusammenhang mit der Versorgung des erkrankten Kindes stehen, beschäftigt Eltern häufig, ob sie den gesunden Geschwisterkindern zu viel zumuten. Manche Eltern wünschen sich Hilfestellung bei der Frage, wie es den Familienmitgliedern in der schweren Zeit gelingen kann, sich gegenseitig genug Aufmerksamkeit zu schenken.

Wie kann ich betroffenen Familien helfen?

Antonia Mittelbach: Offene und klare Worte zu finden, über die Krankheit, das Leben und Sterben, die Sorgen, Gedanken und Gefühle entlastet die Betroffenen. Und auch wenn die Worte fehlen, kann die Psychologie dabei helfen, andere individuelle Ausdrucksmöglichkeiten wie das Künstlerische Gestalten zu finden. Den Gefühlen der einzelnen Familienmitglieder muss Platz gegeben werden und so ist die Förderung einer offenen Kommunikation in der Familie ein wichtiger Teil. Es geht auch darum, schöne Erinnerungen für später zu schaffen – etwa durch das Gestalten einer Erinnerungskiste, oder dem Bedrucken eines Polsterbezugs mit Handabdrucken der ganzen Familie.

Was ist das Besondere daran, die Familien zu Hause zu betreuen?

Céline Aldegué: Wenn sie uns ihre Wohnungs- oder Haustüre öffnen, schenken uns die Familien ein immenses Vertrauen. Wir bekommen einen Einblick in den Alltag und in das Leben der Familien und es entsteht rasch Nähe. Hierbei ist wichtig, die Intimsphäre der Familie zu respektieren und wertzuschätzen.

Was waren besondere Momente in der Betreuung schwerstkranker Kinder und ihrer Familien?

Céline Aldegué: Besondere Momente sind solche, in denen trotz schwerwiegender Belastungen auch gemeinsam gelacht werden kann. Besonders ist auch, wenn ich von einem Kind eine Zeichnung als Dankeschön für die gemeinsame Zeit bekomme. Und jedes Mal, wenn ich wahrnehme, dass durch unsere Besuche die Familie etwas Entlastung erfährt.

Anna Kröger: Ebenso gehören für mich die Projekte für die Geschwister oder der jährlich stattfindende Familyday zu den besonderen Momenten. Mitzuerleben, wie offen die Familien sich hier begegnen, sich austauschen und gegenseitig unterstützen, erlebe ich als besonders schön.

Antonia Mittelbach: Wenn Familien das Glück im Kleinen erleben. Wenn ich merke, dass scheinbar kleine Dinge für die Eltern am Todestag hilfreich waren, etwa das Bild der Raupe, die sich in einen Schmetterling verwandelt. Besonders ist, wenn Vertrauen da ist. Oder wenn Eltern wieder Kinder bekommen.

 

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