7 Jahre MOMO – Kinderhospizarbeit, die auf Vertrauen aufbaut

„Weil jeder Moment zählt.“ Das ist der Slogan von Wiens mobilem Kinderhospiz und Kinderpalliativteam MOMO. Seit 7 Jahren. Ein wichtiger Satz, der das Herzstück der Tätigkeit von MOMO zum Ausdruck bringt.

Wir befinden uns im MOMO-Büro in der Schulgasse 43 im 18. Wiener Gemeindebezirk. Dr.in Martina Kronberger-Vollnhofer geht in die Küche, die auch als Besprechungsraum fungiert. Die wöchentliche Besprechung des Betreuungsteams steht an. Das multiprofessionelle MOMO-Team, das sie in den letzten Jahren bedarfsorientiert aufgebaut hat, umfasst mittlerweile 14 hauptamtliche und 48 ehrenamtliche MitarbeiterInnen. Das hauptamtliche Team besteht aus ÄrztInnen, PflegerInnen, SozialarbeiterInnen, PsychologInnen und einer Musiktherapeutin, deren gemeinsames Ziel es ist, schwerstkranke Kinder und deren Familien in ihrem eigenen Zuhause bestmöglich zu begleiten.

Die MitarbeiterInnen von MOMO sind ab der Diagnose einer lebensbedrohlichen oder lebensverkürzenden Erkrankung eines Kindes, und über den Tod hinaus, für die ganze Familie da. Nicht weniger als 324 betroffene Familien haben das Betreuungsangebot von MOMO seit der Gründung im Jahr 2013 in Anspruch genommen. „Ich möchte mich bei den Familien für ihr Vertrauen bedanken, sie begleiten zu dürfen – manchmal über Wochen, häufig aber auch über Monate oder sogar Jahre“, so die MOMO-Leiterin und Kinderärztin.

Die einzelnen Begleitungen gestalten sich sehr unterschiedlich, denn so einzigartig wie jedes schwerstkranke Kind und jede familiäre Situation ist, so individuell geht auch Wiens mobiles Kinderhospiz MOMO auf den Bedarf an Betreuung ein. Gemeinsam haben sie jedoch, dass die MOMO-MitarbeiterInnen das Leben betroffener Familien begleiten, mit all seinen Höhen und Tiefen. „Wir erleben die Familien nicht nur in sehr belastenden Situationen, sondern dürfen uns mit ihnen gemeinsam auch an positiven Entwicklungen und Wendungen erfreuen", erzählt uns die erfahrene Kinderärztin. „In unserem beruflichen Alltag gibt es immer wieder unglaublich intensive Momente. Wir begleiten natürlich auch den Tod, aber oftmals kommen wir mit ganz viel Leben in Berührung“, berichtet Martina Kronberger-Vollnhofer und fügt hinzu „Oftmals ist es nur ein Blick, ein Lächeln, eine Träne oder das offene Gespräch bzw. das Vertrauen eines Kindes, das tief berührt und uns immer wieder zeigt, wie besonders wertvoll unsere Arbeit ist.“

Wertvoll ist auch die psychosoziale Begleitung für schwerstkranke Kinder und Jugendliche, gesunde Geschwister und andere wichtige Bezugspersonen, die die speziell geschulten ehrenamtlichen HospizbegleiterInnen von MOMO betroffenen Familien bieten. Üblicherweise verbringen sie zwei bis drei Stunden pro Woche in deren Zuhause. Sie sind für die kranken Kinder da, machen Hausaufgaben und Ausflüge mit den gesunden Geschwisterkindern, bringen den Familien Zuversicht und Trost – und das seit 7 Jahren. 

Mit den Worten „Das alles wäre nicht ohne unsere vielen treuen WegbegleiterInnen möglich gewesen, die uns seit unserer Gründung helfend zur Seite stehen", schließt Martina Kronberger-Vollnhofer die Türe der Küche, und die Besprechung – bei der alle wichtigen Fragen zur aktuellen Betreuungssituation der Familien behandelt werden – kann beginnen. Das kostenlose Angebot für die Familien wird nach wie vor zum überwiegenden Teil durch Spenden finanziert. Daneben hat MOMO im vergangenen Herbst erstmals eine unterstützende Förderung von der Stadt Wien erhalten.

Rückfragehinweis

Susanne Senft
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
susanne.senft@kinderhospizmomo.at
02865 212 40
0664 248 72 75